1 von 100 Experimenten: Recycling von Kerzenwachs

Alte Kerzen spenden aufs Neue Licht und Wärme

In jeder Gemeinde fallen Reste von Altar-, Oster- und Opferkerzen an. Dieser Umstand brachte Carlo Wingerter, Pastoralreferent aus Pirmasens, auf eine Recycling-Idee.

Angestoßen wurde diese kreative und zugleich ressourcenschonende Aktivität, als Wingerter beim Entrümpeln eines Abstellraums neben der Kirche größere Mengen an Wachsresten fand. "Zum Wegwerfen sind die Kerzenreste einfach zu schade", berichtet Carlo Wingerter. "Aus diesem und weiterem Restwachs stelle ich Kerzen her. Die neu gegossenen Kerzen sollen im religiösen Rahmen Verwendung finden, zum Beispiel beim persönlichen Gebet, für Exerzitien im Alltag oder bei Geburtstagsbesuchen durch die Gemeinde."

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Im Advent und zum Teil auch vor Ostern werden die Kerzen in einigen Kirchen der Pfarrei zum Kauf angeboten - entweder durch die Messdiener oder ganz auf Vertrauensbasis zum Selbstbedienen gegen Bezahlung in eine bereitgestellte Kasse. Der Erlös aus dem Verkauf wird für kirchliche Projekte gespendet, zum Beispiel an das Nardinihilfswerk Pirmasens.

Kerzen-Unikate mit markantem Design

Drei Kerzen mit farbigem Verlauf
Die Dreifarbigkeit ist das Markenzeichen der neu gegossenen Kerzen. Foto: Carlo Wingerter

Für das Kerzengießen nimmt sich Carlo Wingerter viel Zeit, denn das besondere Design der Kerzen dauert mit Pausen mehrere Stunden. Die Dreifarbigkeit der Kerze in Kombination mit dem schrägen Farbverlauf ist charakteristisch. In der Regel ist die oberste Schicht weiß - als Hinweis auf die Herkunft eines Teils des Wachses. Durch das Zusammenspiel von Material, Design, Verkaufsort und Verwendungszweck sollen die Kerzen einen spirituellen Impuls setzen und - so die Erfahrung des Pastoralreferenten - sie werden von den Menschen in der Regel auch so verstanden.

Wingerter freut sich, dass das Angebot sich in der Gemeinde herumgesprochen hat und von den Gemeindemitgliedern gerne angenommen wird. Vielen gefällt das Design, aber auch die Gelegenheit, ein ansprechendes Geschenk gefunden zu haben.

Mittlerweile braucht sich der Pastoralreferent keine Sorgen um Nachschub an Material zu machen, denn die Sakristane und die Messdiener helfen beim Sammeln mit. Und häufig ist auch der Kerzenkauf für einige Gemeindemitglieder Anstoß, eigene Schubladen oder Kartons nach alten Kerzen und Kerzenresten zu durchforsten und diese zu ihm zu bringen. Dieser Kreislauf lässt immer wieder neue Kreationen entstehen.

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