1 von 100 Experimenten: "Kein Essen für den Eimer!" beim Erlebnistag Deutsche Weinstraße

Aktion gegen Lebensmittelverschwendung

Das "Gutes Leben. Für alle!"-Team unterstützte im Sommer 2015 die Misereor-Petition "Kein Essen für den Eimer!" mit einer originellen Aktion. Der "Treffpunkt Blaue Tonne" war bei öffentlichen Veranstaltungen unterwegs, unter anderem beim Erlebnistag Deutsche Weinstraße am letzten Sonntag im August.

Mit Quiz und mobiler Erfrischungsbar sensibilisierte die Gruppe die Besucherinnen und Besucher für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln und rief zum Unterzeichnen der Petition gegen Lebensmittelverschwendung auf.

Projektkarte öffnen:

Stopp am "Treffpunkt Blaue Tonne"

Quizkandidaten beim Erlebnistag am Treffpunkt Blaue Tonne
Wie werden Tomaten richtig gelagert? Am Buzzer geht's heiß her. Bild: Julie Waller

Eine Gruppe von drei Personen aus Neustadt/Weinstraße und Umgebung hat sich im Namen der Lebensstil-Kampagne "Gutes Leben. Für alle!" für die Vorbereitung und Durchführung dieser Aktion in dem Weindorf Mußbach zusammengefunden.

Astrid Waller berichtet über den Einsatz: "Wir sind mit unserer Aktion beim Erlebnistag Deutsche Weinstraße sehr zufrieden. Die Mehrzahl der Teilnehmer bei diesem autofreien Event ist per Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Da fällt die "Blaue Tonne" als ungewöhnliches Gefährt einfach sofort auf. Kaum hatten wir uns mit der dekorierten Tonne postiert, kamen die ersten neugierigen Leute - und sie blieben! Unsere Gruppe kam im Laufe des Tages mit rund 50 Menschen aller Generationen ins Gespräch. Ich hoffe, dass der Einsatz mit der 'Blauen Tonne' der Misereor-Petition ein paar Stimmen gebracht hat."

Beim Quiz machten viele mit, denn der Spielfaktor reizte besonders Familien (und Ehepartner!), um gegeneinander anzutreten. Die Quizfragen waren als Einstieg in die Thematik bestens geeignet und boten eine gute Überleitung zur Petition "Kein Essen für den Eimer". Zur Belohnung fürs Mitmachen wurde das Geheimnis unterm Tonnendeckel gelüftet und die Teilnehmenden durften sich aus der Erfrischungsbar, die in die Tonne integriert war, ein Stück Obst (Aprikosen, Mirabellen) oder Gemüse (Tomaten oder kleine Gurken) nehmen.

Für die Aktion wurde "Essen gerettet"

Familie probiert frisches Obst
Überraschung aus der Tonne - Obst und Gemüse aus der mobilen Erfrischungsbar! Foto:Julie Waller

"Wir haben offen kommuniziert, woher die Kostproben stammen", berichtet Bernd Wolf aus der Aktionsgruppe, "Sie kamen nicht aus dem Müll, sondern wurden uns aus der Verkaufsauslage eines Wochenmarktbeschickers überlassen. Ein Großteil wäre aber nach dem Ende des Samstag-Marktes wegen fehlender Vermarktungsmöglichkeiten übers Wochenende weggeworfen worden."

Allein schon dadurch gab es wieder neue Gesprächsmöglichkeiten und die Gruppe konnte einmal mehr klar machen, dass es wichtig ist, sich an der Petition zu beteiligen.

Mitstreiterin Ingrid Vogels-Wolf ergänzt: "Die Unterhaltungen mit den Teilnehmenden waren durchweg sehr qualifiziert, unser Team hat sogar durch das ein oder andere Gespräch selber etwas dazugelernt. Der Erfahrungsaustausch mit Verkaufspersonal in Bäckereien und Kita-Erzieherinnen war sehr aufschlussreich."

Mit guter Planung läuft's!

Mit Gemüseimitaten und Karten für Petition dekorierter Mülltonnendeckel
Eine Mülltonne wurde zur mobilen Erfrischungsbar umfunktioniert. Foto: Julie Waller

Rund vier Wochen vor dem Event begann die Organisation:

  • Kontaktaufnahme mit Misereor

  • Genehmigung des städtischen Ordnungsamts einholen und das Veterinäramt informieren

  • Wochenmarktbeschicker wegen Spende für Obst und Gemüse akquirieren

  • Medienmitteilung und socialmedia-Beiträge verfassen und versenden/veröffentlichen

  • Tonne zur mobilen Erfrischungsbar umfunktionieren

  • Quizfragen vorbereiten, auf der Grundlage des Wissenstests auf der Internetseite Opens external link in new windowzugutfuerdietonne.de

  • Obst und Gemüse am Vortag abholen und vorbereiten (aussortieren, waschen, hygienisch verpacken)

Öffentlichkeitsarbeit über viele Kanäle

Die Aktion wurde in den Tagen zuvor auf den beiden Radiosendern RPR1 und Radio Antenne Pfalz mehrfach angekündigt.

Download einer DateiInitiatorin Astrid Waller im Interview mit RPR1

Ebenso war in der Lokalausgabe der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" eine Kurzmeldung veröffentlicht. Ein ausführlicher Beitrag stand auf der Internetseite des Bistums Speyer.

Auf der Facebook-Seite der Kampagne wurden vor und nach der Aktion mehrere Posts mit Bildern und dem hashtag #keinessenfuerdeneimer gesetzt und diese auch in anderen Gruppen (z.B. Foodsharing-Gruppen in der Region) geteilt. So erreichte ein Post sogar 860 Personen!

Vor Ort besuchte eine Redakteurin den "Treffpunkt Blaue Tonne", die über die Aktion in einer Gesamtreportage über den Erlebnistag berichtete.

Ausgezeichnet! ... und zur Nachahmung empfohlen

Redebeitrag eines Mitglieds aus dem Team der Aktion "Blaue Tonne"in Podiumsrunde
Bernd Wolf (links) berichtet über den "Treffpunkt Blaue Tonne". Bild: Julie Waller

"Keine Frage, die Vorbereitungen waren vielfältig und zeitaufwendig", fasst Astrid Waller den Organisationsaufwand zusammen, "aber bei allen angefragten Stellen stieß unsere Aktion auf Interesse, Wohlwollen und aktive Unterstützung. Ist die Aktion einmal durchgeplant, lässt sie sich mühelos an einem anderen Ort oder zu einem anderen Zeitpunkt durchführen. Von dieser Erfahrung hat das Team profitiert, das einige Wochen später den interne Verlinkung'Treffpunkt Blaue Tonne' auf der Landesgartenschau in Landau durchführte."

Im Rahmen der ökumenischen Themenwoche "Gerechtigkeit" auf der Landesgartenschau 2015  in Landau wurde das Experiment "Treffpunkt Blaue Tonne" in den Kreis der teilnehmenden Initiativen aufgenommen. Stellvertretend für die Arbeitsgruppe stellte Bernd Wolf aus der Pfarrrei St. Johannes Mußbach in einer Podiumsrunde mit Steffen Glombitza vom Kampagnen-Team das Projekt vor. Mit dabei hatte er die "Blaue Tonne", die gleich nach der Urkundenübergabe für den nächsten Einsatz über die Landesgartenschau rollte.

Möchten Sie mit Ihrer Initiative ein ähnliches Experiment zum Thema Lebensmittelverschwendung starten und benötigen Sie weitere Auskünfte? Zum Austausch von Tipps und Erfahrungen können Sie per Mail Kontakt aufnehmen mit der Link zu einer E-Mail AdresseAktionsgruppe "Treffpunkt Blaue Tonne".

Misereor Petition "Kein Essen für den Eimer!"

Die Online-Petition von Misereor gegen Lebensmittelverschwendung ist mittlerweile abgeschlossen. Am 16. Oktober 2015, dem Welternährungstag, wurden 4.119 Unterschriften an Dr. Maria Flachsbarth, die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, übergeben.

Weitere Informationen auf der Internetseite von Misereor: Opens external link in new windowwww.misereor.de

Katholikenrat Speyer
Bistum Speyer
Misereor