1 von 100 Experimenten: Rolling Tour 2015

UN-Behindertenrechtskonvention mit im Gepäck

Die Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Speyer führte am 16. September 2015 die dritte Auflage der "Rolling Tour" durch, erstmals angemeldet als Experiment der Kampagne "Gutes Leben. Für alle!". Kooperationspartner war das Ökumenische Gemeinschaftswerk der Pfalz, das in Blieskastel eine Werkstatt für Menschen mit einer psychischen Erkrankung betreibt.

Menschen mit und ohne Behinderung waren eingeladen, gemeinsam per Rad, Rolli-Bike oder allem, was rollt, auf der 26 Kilometer langen Strecke von Hornbach über Zweibrücken nach Blieskastel mitzufahren.

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Menschen mit Plakaten demonstrieren
Die Projektgruppe der Blieskasteler Werkstätten machte deutlich: Zum guten Leben gehört, dass jeder Mensch einen Platz in Kirche und Gesellschaft hat. Bild:Bistum Speyer

"In diesem Jahr wollten wir über die UN-Behindertenrechtskonvention aufklären", teilt Initiator Stefan Dreeßen mit. "Sie beinhaltet, Menschen mit Behinderung mehr Teilhabe und Teilgabe am öffentlichen und kirchlichen Leben zu ermöglichen. Und natürlich ging es bei der Tour auch darum, Barrieren aller Art abzubauen."

Rund 60 Menschen mit und ohne Behinderung traten trotz der "Barriere Dauerregen" in die Pedale, um diese Ziele aktiv umzusetzen. An verschiedenen Haltepunkten entlang der Strecke diskutierten sie mit Bürgermeistern, Pfarrern und Behindertenbeauftragten. Sie statteten den Pirminius-Werkstätten in Zweibrücken-Ixheim einen Besuch ab und ließen sich Inklusionprojekte vorstellen. Endpunkt der Tour war der Paradeplatz in Blieskastel. Eine Projektgruppe der Blieskasteler Werktätten zeigte in einer Darbietung, was ihnen wichtig ist: Anerkennung, Arbeit und angstfreie Begegnung.

Ausgezeichnet! ... und es rollt weiter

Zwei Männer vor Ausstellungsplakat
Bei der Eröffnung der Ausstellung hielt Weihbischof Otto Georgens (links) die Eröffnungsrede. Im Bild rechts: Stefan Dreeßen, der "Vater" der Rolling Tour. Foto: Bistum Speyer

Anlässlich der Vernissage zur Ausstellung "Licht ins Dunkel", die im Herbst 2015 im Heinrich Pesch Haus Ludwigshafen gezeigt wurde, wurde die Rolling Tour in den Kreis der teilnehmenden Initiativen aufgenommen.

Das Experiment hat in vielerlei Hinsicht Beispielcharakter, denn die Rolling Tour geht mit ihrem Anliegen in die Öffentlichkeit und sucht das Gespräch mit Verantwortlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Nicht zuletzt zeigt sie auch Betroffenen, wie Teilhabe und Barrierefreiheit machbar sind.

Stellvertretend für alle Beteiligten an der Rolling Tour 2015 nahm Stefan Dreeßen von der Abteilung Seelsorge für Menschen mit Behinderung die Urkunde von Christoph Fuhrbach aus dem Kampagnen-Team entgegen.

Die nächste Rolling Tour soll im Jahr 2017 stattfinden.

Auf der Internetseite des Bistums Speyer finden Sie Informationen über weitere Angebote der Seelsorge für Menschen mit Behinderung.

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