10 von 100 Experimenten: Krippenspiel in Pfarreien und Schulen

Ein Krippenspiel mit kritischen Tönen

Das Krippenspiel der Kampagne "Gutes Leben. Für alle!" wurde in 2015 an verschiedenen Orten aufgeführt, zum Beispiel an Heiligabend in den Kinderkrippenfeiern in Landau, Annweiler, Kirrweiler, Ludwigshafen-Ruchheim und Ludwigshafen-Oggersheim, in Enkenbach-Alsenborn und in Kaiserslautern-Hohenecken. Kinder und Jugendliche an Schulen in Neustadt-Gimmeldingen und Schifferstadt beschäftigten sich ebenfalls mit dem Krippenspiel und zeigten das Stück vor den Weihnachtsferien im Schulgottesdienst bzw. in einer Andacht.

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Die Spielszenen beleuchten neben der Weihnachtsbotschaft aktuelle Menschheitsfragen - Klimawandel, Ausbeutung der Schöpfung oder die weltweite Gerechtigkeit. Die Vorlage des Krippenspiels hat Steffen Glombitza, der Umweltbeauftragte des Bistums Speyer unter Mitarbeit von Christoph Fuhrbach und Astrid Waller von der Kampagne "Gutes Leben. Für alle!" verfasst.

Die Idee des Krippenspiels haben verschiedene Gruppen aufgegriffen und ihren individuellen Gegebenheiten angepasst.

Alle Gruppen, die die Aufführung des Krippenspiels angemeldet hatten, wurden für ihr Engagement in den Kreis der teilnehmende Initiativen aufgenommen und mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Aufführungen im Dekanat Landau

In Annweiler St. Josef probte Pastoralreferentin Christina Wendel mit 20 Darstellern, hauptsächlich Erstkommunionkindern. "Auch nach Beginn der Proben kamen noch ein paar Kinder hinzu, so dass wir für alle eine passende Rolle suchen mussten." Die Vorlage des Krippenspiels kam Wendel da entgegen: "Es gibt eine Vorlage zum Vorlesen und eine zum Spielen." Also wurden die Aufgaben aufgeteilt. Je nach Neigung können die einen nun pantomimisch spielen, die anderen Kinder lesen den Text dazu. Vier Treffen zur Probe hat Christina Wendel insgesamt angesetzt.
Die Idee von "Gutes Leben. Für alle!" wurde in Annweiler nicht nur spielerisch umgesetzt, sondern auch mit kleinen Schritten konkret verwirklicht: "Wir sammeln in der Feier Lebensmittel, die wir an die Außenstelle der Bergzaberner Tafel in Annweiler geben werden," war in der Ankündigung zu lesen. Zusätzlich wurde bewusst auf ein Lieblatt für die Kinderchristmette verzichtet. "Wir haben gesagt, das ist für eine Stunde Gottesdienst ja eine Verschwendung. Da singen wir lieber aus dem ,Gotteslob'", begründet Christina Wendel diese Entscheidung.

Bisweilen haben die Verantwortlichen die Vorlage auch abgewandelt. Etwa die Gemeindereferenten Artur Kessler und Bärbel Grimm in Landau: "Ein Minenarbeiter im Bürgerkrieg, ein Bauer, dessen Existenz der Klimawandel bedroht, die überfischten Weltmeere - das ist für Heiligabend schon ziemlich viel und für Kinder schwer zu verstehen", sagt Kessler. Darum wurde die Vorlage in Landau etwas gekürzt, das Ende abgewandelt. Dennoch habe "Gutes Leben. Für alle!" tolle Anregungen für ein Krippenspiel mit viel Tiefgang gegeben, lobt der Gemeindereferent. "Zu Weihnachten sollten wir zum Nachdenken anregen und nicht nur leichte Kost bieten." In Landau St. Albert und St. Maria sowie in Kirrweiler führten die künftigen Kommunionkinder das Krippenspiel auf.

Das Krippenspiel in zwei Gemeinden im Dekanat Ludwigshafen

Szenische Darstellung der Begegnung von zwei Hirten mit einem Fischer
In Ludwigshafen-Ruchheim führte die Messdienergemeinschaft das Krippenspiel auf. Foto: Corinna Göbel

"Ich finde es gut, dass auch kritische Töne das Krippenspiel begleiten", äußerte sich Jacqueline Göbel, 20, die zusammen mit ihrer Schwester Corinna Obermessdienerin in Ludwigshafen-Ruchheim ist und mit den sechs- bis 14-Jährigen das Spiel seit den Herbstferien einübte. Besonders beeindruckt hat Göbel eine Spielszene, in der es um das Schicksal eines Minenarbeiters im Kongo geht. Dort werden wertvolle Edelmetalle abgebaut, wie sie weltweit für Handys, Computer und sonstige Elektronik benötigt werden. Mit den Einnahmen aus dem Erzabbau wird aber vor allem der Bürgerkrieg im Kongo finanziert. So hängt unser Konsum eng mit dem Leid der Menschen dort zusammen. Für ein Krippenspiel ist das harter Tobak. Aber schließlich, so die Obermessdienerin, sage die Botschaft des Festes ja auch, dass Gott Mensch werde, um die Welt zu erlösen. "Christus kann alles zum Guten wenden, und dabei sollen wir Helfer sein." Allerdings, so Jacqueline Göbel, lebten wir vielfach genau deswegen so gut, weil es anderen schlechter geht. Für die 20-Jährige war das Krippenspiel der Auslöser, sich im Internet über die komplexen Zusammenhänge des Welthandels und zum Thema Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu informieren. Auch die Kampagne "Gutes Leben. Für alle!" ist für sie eine gute Anlaufstelle: "Die Ruchheimer haben sich ja bereits mit zwei Experimenten an der Kampagne beteiligt."

Kurzfristig wurde das Krippenspiel auf Anregung der beiden Schwestern auch in der Kinderkrippenfeier der Gemeinde Christ König in Ludwigshafen-Oggersheim mit den Erstkommunionkindern und weiteren Gemeindemitgliedern aufgeführt.

Mit bewährtem Krippenspiel-Team und ökumenisch: zwei Aufführungen im Dekanat Kaiserslautern

Mit viel Kreativität und Fleiß wurde das Thema des Krippenspiels auch in der Gemeinde St. Josef Alsenborn umgesetzt, wie Gemeindereferentin Marlies Gehrlein berichtet. Es gibt in Alsenborn eine eigene Theater- und Spielgruppe, die das Krippenspiel einstudiert hat. Auch hier wurden Teile der Szenen abgewandelt. Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 14 Jahren, dazu einige jugendliche "Technik-Experten" sorgten für die perfekte Präsentation. Außerdem hat das Krippenbauteam, das jährlich eigene Akzente in der Landschaft der Weihnachtskrippe setzt, Themen von "Gutes Leben. Für alle!" aufgegriffen. Motive des Krippenspiels, in dem es um Gerechtigkeit sowie um die christlichen Grundtugenden "Glaube, Liebe und Hoffnung" geht, fanden sich also auch in der Krippenlandschaft wieder.

Aus Kaiserslautern-Hohenecken meldete Gemeindereferentin Dagmar Pfeiffer, dass die ökumenische Kinderkrippenfeier in Hohenecken mit dem Krippenspiel der Kampagne gestaltet wurde. "Das aktuelle Thema und die Rollengestaltung sind sowohl in der Vorbereitungsgruppe als auch bei den Besucherinnen und Besuchern der Feier gut angekommen", bedankte sich die Gemeindereferentin für die Idee.

Auch für Schulen ein Thema

Verschiedene Schulen setzten sich ebenfalls mit dem Krippenspiel auseinander und führten es am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien (Dienstag, 22.12.2015) auf.

Pfarrer Thomas Klein von der protestantischen Kirchengemeinde in Neustadt-Gimmeldingen studierte mit den Kindern der Grundschule Gimmeldingen in der Advenstzeit das Krippenspiel ein. Den ökumenischen Schulgottesdienst nutzten die jungen Darstellerinnen und Darsteller, um der Schulgemeinschaft und ihren Familien die Thematik um Klimawandel und globale Gerechtigkeit zu zeigen.

Pastoralreferent Heinrich Schmith griff das Krippenspiel als Element in der vorweihnachtlichen Andacht am Paul von Denis Gymnasium in Schifferstadt auf.

Arbeitshilfe für Gemeinden und Gruppen

Eine Arbeitsgruppe der Kampagne "Gutes Leben. Für alle!" hat dieses Krippenspiel ausgearbeitet. In den Vorlagen sind neben den Sprech- und Erzähltexten Hinweise zur Rollenbesetzung, zu den Requisiten und Regieanweisungen sowie Vorschläge für gemeinsame Lieder und Gebete mit der Gemeinde zusammengestellt.

Weitere Informationen: Krippenspiel "Auf der Suche nach dem guten Leben für alle"

Katholikenrat Speyer
Bistum Speyer
Misereor